im August 2012

Exodus der Deutschen hat geschadet

Die Aussiedlung der Deutschen hat Rumänien anscheinend mehr geschadet, als der mit der Bundesrepublik Deutschland eingefädelte Menschenhandel eingebracht hat. Diesen Schluss lassen Aussagen von Ştefan Andrei, ehemaliger rumänischer Außenminister (1978-1985) und langjähriger Begleiters Ceauşescus, zu.

NEPPENDORF/ TURNIȘOR

Sächsische Siedlier sind erstmals im Jahr 1327 urkundlich erwähnt, in "Eppendorf", wie es damals hieß. Heute ist Neppendorf eingemeindeter Vorort von Hermannstadt. Die Kirchengemeinde ist aber eigenständig und bildet mit Großau/ Cristian, Hamlesch/ Amnaș, Reußdörfchen/ Rușciori und Kleinscheuern/ Șura Mică einen Gemeindeverband. Neppendorf ist neben Großpold/ Apoldu de Sus und Großau/ Cristian eine der drei Landlergemeinden, in denen zwischen 1734 und 1737 die protestantischen Landler aus dem Salzkammergut in Österreich angesiedelt wurden. Zahlenmäßig ist Neppendorf heute mit 103 Seelen die viertgrößte Gemeinde im Hermannstädter Kirchenbezirk. Die Auswanderung war aber auch hier ein Kahlschlag: 1988 lebten noch 3000 evangelische Gemeindeglieder in Neppendorf. (Stand Juni 2010, J. Jürgens)

Die rumänische Revolution von 1989, Ursachen - Akteure - Verlauf

20.Dezember 2009

Zwanzig Jahre sind vergangen seit 1989, dem wundersamen Jahr, als die Berliner Mauer fiel und die kommunistischen Regime in den Staaten Osteuropas wie Dominosteine fielen, ohne dass die Sowjetunion entsprechend der jahrzehntelang gültigen „Breschnew-Doktrin“ eingegriffen hätte. Innerhalb des sowjetischen Hegemonialsystems spielte das kommunistische Rumänien seit Stalins Tod eine zunehmende Sonderrolle, die durch eine relative Unabhängigkeit seiner Außen- und Außenhandelspolitik einerseits und durch eine nationalkommunistische Ideologie gekennzeichnet war. Diese Politik liefert den Schlüssel zum Verständnis der Besonderheiten der Ursachen, der Akteure und des Verlaufs der rumänischen Revolution. In dem folgenden Aufsatz analysiert die bekannte Politikwissenschaftlerin Dr. Anneli Ute Gabanyi Ursachen und Verlauf der Revolution aus heutiger Sicht.

Siebenbürgen – in den Karpaten im Zentrum Rumäniens gelegen – ist seit langer Zeit die Heimat der deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen. Schon im 12. und 13. Jahrhundert siedelten hier deutsche Sachsen und prägten die Gegend. Besonderes Merkmal sind die mächtigen Kirchenburgen. Als Schutz vor Angriffen wurden sie in dieser recht einsamen Gegend errichtet. Die Siebenbürger hielten durch die Jahrhunderte fest an ihrer deut­schen Tradition und blieben unter sich, so dass sie auch heute noch Deutsch sprechen. Steigt man in der rumänischen Hauptstadt Bukarest aus dem Flieger und fährt in Rich­tung Karpaten, so entdeckt man eine ziemlich fremde, aber hochinteressante Welt.

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