Dezember 2016

Liebe Freunde des Hauses der Hoffnung,

es ist mal wieder Zeit, über Neuigkeiten aus dem Haus der Hoffnung zu informieren. Ich hoffe, dass es euch gut geht und ihr gerade die Weihnachtszeit genießt. Obwohl ja Ostern als das wichtigste religiöse Fest in Rumänien angesehen wird, ist die Weihnachtszeit eine ganz besondere. Jedes Jahr wird diese Zeit etwas kommerzieller, aber immer noch deutlich weniger als in Nordamerika. Rumänien hat seine eigenen Weihnachtschoräle und es gibt sehr viele Konzerte in der Vorweihnachtszeit. Der Hauptplatz im Zentrum der Stadt ist sehr schön geschmückt und es gibt einen Weihnachtsmarkt, der nunmehr zum 10. Mal in Folge stattfindet. Die meisten Familien werden einen Weihnachtsbaum haben, aber es ist Tradition, dass das Haus vor dem großen Fest gründlich gereinigt wird. Es werden viele Gottesdienste gehalten werden, die die Geburt des Friedenssohnes verkünden werden.

Das Haus der Hoffnung ist ebenfalls bereits festlich geschmückt. Gruppen aus verschiedenen Kirchen werden kommen und singen.

Unsere Bewohner werden als ich euch das letzte Mal im Sommer geschrieben habe, habe ich erwähnt, dass drei Mädchen aus dem Dorf Coparceni im Herbst kommen sollten, um an der christlichen Schule in Sibiu zu lernen. Melania, Izabela und Magda kamen rechtzeitig Mitte September, um in der Schule zu starten. Sie arbeiten sehr hart für ihre Fächer, aber eines, das ihnen schwer fällt, ist Englisch. Die Dorfschulen sind für gute Lehrer unattraktiv, sodass ihr Grundwissen in diesem Bereich sehr gering ist. Die anderen Schüler in der 9. Klasse sind ihnen recht weit voraus.esondere Mahlzeiten und Überraschungen genießen.

Im November habe ich begonnen, mit den Mädchen an ihrem Englisch zu arbeiten. Wir sind ganz von vorne gestartet, damit sie eine gute Basis bekommen. Das Bild unten zeigt unseren Klassenraum in der Küche in Barlea, wo sie wohnen. Die drei Neuntklässler sind links. Zwei weitere Mädchen haben sie dazu gesellt, auch sie wollen ihr Englisch verbessern. Das zweite von links ist in der 10. Klasse. Das Mädchen am Ende rechts ist eine Elftklässlerin. Die übrigen Mädchen (es sind acht insgesamt) sind Schwestern, die gerade in der und 12. und 11. Klasse sind. Eine studiert bereits an der Universität. Wir treffen uns zweimal in der Woche für anderthalb Stunden und machen Fortschritte. Bitte betet, dass die Mädchen sich in der großen Stadt mehr zuhause fühlen.

Das letzte Mal habe ich euch von der Installation einer Rauchmelderanlage berichtet. Die Arbeiten konnten abgeschlossen werden und die Firma hat unserem Haus erlaubt, in Raten zu zahlen. Auf dem Foto könnt ihr sehen, dass die Rauchmelder an der Decke sind mit einer roten Box in der Nähe, die auf Englisch Alarm gibt. Es ist ein Notfalllicht in der Box. Es wird nach wie vor Geld benötigt, um dieses Projekt zu bezahlen. Kürzlich haben wir darüber hinaus erfahren, dass die Feuerschutzbestimmungen erfordern, dass die Decke im obersten Stockwerk mit einem bestimmten Material ausgestattet werden muss, dass feuerfest ist. Das Haus der Hoffnung bräuchte zwei Lagen dieses Materials, um die Standards zu erfüllen. Diese besagen, dass die Decke erst nach 30 Minuten Feuer fangen darf. Momentan ist die Decke mit Holz getäfelt. Die Bestimmungen sind sehr hart, aber auch nötig, da die meisten, die in diesem Stockwerk wohnen, nicht alleine aus dem Gebäude heraus kämen. Dieses Projekt muss irgendwann im Laufe des nächsten Jahres ausgeführt werden, aber es wird über 25.000 Dollar kosten. Bitte betet dafür, dass die Gelder für diese Aufgabe zusammen kommen, damit wir da vorankommen. Vielen Dank an alle, die Geld für die Feuerschutzbestimmungen gespendet haben.

Letzten Sommer hatte ich ein Foto von Arbeiten am Zaun beigefügt. Unten findet ihr eine Aufnahme desselben Bereichs und dem fertiggestellten Zaun. Im letzten Rundbrief habe ich außerdem davon berichtet, wie das Haus der Hoffnung Geld spart, in dem es eigenes Essen anbaut. Daher habe ich auch ein Foto beigefügt mit einigen der Regale im Keller mit eingemachtem Essen.  

  

 

 

  Vielen Dank für euer Interesse, eure Gebete und Unterstützung. Wenn du spenden             möchtest, lautet die Adresse wie folgt:

Greater Europe Mission, PO Box 1669, Monument, CO 80132. Bitte vermerkt, dass das geld für das Haus der Hoffnung gedacht ist, auf einem separaten Blatt.

                                                                                                                                                Vielen Dank                                                                                                                                                                                                                                                                        Wir senden euch herzlichste Grüße, wünschen ein wunderbares Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr! Gott segne euch!
Bev

 

 

 

 

im November 2016

Ihr Lieben,

ich grüße Euch alle von ganzem Herzen und wünsche uns, dass ein klein wenig der Weihnachtswünsche in Erfüllung gehen mögen. Inzwischen geht es mir etwas besser. Gott sei von ganzem Herzen Dank dafür. Er hat mir wieder mehr Kraft geschenkt. Und schon träume ich davon im Frühjahr wieder fahren zu können.

 Wie unsere Mitarbeiter berichten, ist es inzwischen in Selimbar ruhiger geworden. Der Zaun ist nun dank der Hilfe von Männern aus der Gemeinde Rosia komplett fertig. Mit Hilfe der Frauen aus der Gemeinde Rosia  wurden auch 100 Portionen Sakusca (Brotaufstrich aus Auberginen) hergestellt. Aus 1.000 Kg (?) Pflaumen wurde Marmelade gekocht, Obst und Gemüse eingelagert, div. Fleischportionen eingefroren, sodass im Winter nur wenig zugekauft werden muss.

                Der Zaun ist jetzt komplett                   Das Lebensmittellager ist gut gefüllt

                           Rumänisches Schlachtefest

 Wie in jedem Jahr fanden auch 2016 wieder Freizeiten in unserer Ferienanlage statt, mit 400 Kindern. Auch aus dem Waisenhaus in Ogna Mures (nördl. von Sibiu)durften hier betreute Ferien machen. Auch eine Gruppe mit 5 Familien, die jeweils 10 bis 12 Kinder hatten, also insgesamt 56 Kinder, hat sich sehr gefreut haben, dass sie Teil der Freizeit sein konnten. Sie hätten sich sonst keinen Urlaub leisten können. Es war insgesamt eine tolle und gesegnete Zeit.

Eine Heimbewohnerin (Frau Rotarescu) feiert

ihrer 82-ten Geburtstag

Frau Buruiana macht ihre täglichen Übungen

Maria - bei ihrer Lieblingsbeschäftigung 

Das neue Schuljahr hat im September begonnen. Drei Mädchen aus Oltenien (eine der ärmsten Gegend Rumäniens)sind neu bei uns. Sie kommen aus sehr ärmlichen Verhältnissen und nichtchristlichen Familien. Auch sie besuchen das christliche Gymnasium Bethania. Sie gehen in die Gemeinde Zion, die  ja nur ein paar Meter von unserem Haus in der Str. Verzariei ist.

Izabela Magda Melanie

 

Euch allen eine hoffentlich stressfreie und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit, sowie einen gesegneten Start in das neue Jahr.

Euer

Ehrhart Weider

 

 

 

 

 

 

 

Die Könige mit den kahlen Köpfen

     Eisig fegte der Wind durch die menschenleere Dorfstraße. Langsam senkte sich aschgrau die Dämmerung herab, als plötzlich, mit dem fünf­ten Schlag der Turmuhr, viele vermummte Gestalten aus den umliegen­den Häusern eilten. Alle überquerten den Marktplatz und strebten wie die Lemminge auf das große neue Gebäude am Ende der Straße zu.

  

   In der Eingangshalle des Gemeindezentrums verwandelten sich die Mumien schlagartig in fröhlich lachende Jugendliche. Sie warfen ihre Mäntel und Mützen auf die Garderobentheke und schwatzten munter los. „Brr", rief Martin und schlug die Arme gegeneinander, „was für eine Kälte." Einige kleinere Kinder rannten lärmend durchs Foyer. Die Erwachsenen schauten schmunzelnd zu. Doch dann drang lautstark und energisch die Stimme von Herrn Meier, dem Bürgermeis­ter, durch die Halle. Er klatschte in die Hände und rief: „Genug jetzt, alles auf die Bühne!" Unter Schubsen und Rennen drängten die Jungen und Mädchen durch den großen Saal auf die Bühne. Herr Meier erwar­tete unbedingten Gehorsam, das wussten alle. Schließlich hatte er großen Anteil an der Errichtung dieses neuen Gemeindezentrums. Das Krippenspiel zur Einweihung sollte ein Erfolg werden, und so ließ er es sich nicht nehmen, selbst Regie zu führen. Noch ahnte er nicht, wie rebellisch seine Schauspieler sein konnten. Denn die Akteure waren allesamt jung, hatten total andere Vorstellungen von einer Weihnachtsaufführung und waren nur allzu bereit für ungewöhnliche Neue­rungen.

     Kaum hatten Maria und Josef neben der Krippe Aufstellung genommen, rief eine Stimme aus dem Saal: „Herr Meier, hier sind zwei Kinder, die Sie unbedingt sprechen wollen."

     „Keine Zeit, sie sollen sich auf die Stühle setzen", rief Herr Meier verdrießlich. Doch zu seinem Erstaunen kam ein blasser, bleistiftdün­ner Junge mit einem kleinen zarten Mädchen an der Hand direkt auf die Bühne. „Ich sagte doch, keine Störung jetzt", blaffte Herr Meier. Er schaute etwas verwundert auf die beiden Gestalten.

  „Guten Tag", lächelte das Mädchen, „einen schönen Gruß von Schwester Agathe, und da sind wir."

     „Das sehe ich. Aber wer seid ihr?" Der Bürgermeister konnte sich keinen Reim auf das Ganze machen.

     „Er kennt uns nicht", flüsterte die kleine Julia dem großen Bert­hold zu. „Wir sollten unsere Mützen abnehmen." So nahmen beide ihre Mützen ab und zeigten den erstaunten Umstehenden ihre völlig kahlen Köpfe. „Wissen Sie jetzt, wer wir sind?"

     „Keine Ahnung", versicherte der Bürgermeister.

     „Im Sommer besuchten Sie im Krankenhaus die Krebsstation für Kinder. Damals haben Sie uns versprochen, dass nach der Chemothe­rapie unser Wunsch in Erfüllung gehen wird und wir beim Krippen­spiel einen König spielen dürfen."

     Der Bürgermeister war perplex. „Ich, ich entsinne mich", antwor­tete er lahm. „Nun ...", er druckste herum, „wir haben aber schon drei Könige, und übermorgen ist Heiliger Abend, also zu spät, um euch noch eine Rolle zu geben."

          Inzwischen umringten alle Schauspieler neugierig die Gesprächs­gruppe. „Kommt, setzt euch da unten in die erste Reihe", versuchte der Bürgermeister die beiden Neulinge zu beschwichtigen, „ihr bekommt auch bei der Aufführung einen Ehrenplatz, und nächstes  Jahr ..." Weiter kam er nicht. „Nein, das wollen wir nicht", verkündete Berthold laut und drückte dabei Julias Hand. „Ob wir nächstes Jahr noch ..."  Er vollendete den Satz nicht.

   „Aber ich sehe wirklich keine Möglichkeit", fing der Bürgermeister erneut an. Mit einem Mal bahnte sich Stefanie, die die Maria spielte, energisch einen Weg durch die Gruppe. Sie hatte das Jesuskind aus der K rippe genommen und laut wandte sie sich an Herrn Meier: „Wenn Sie es den beiden versprochen haben, müssen Sie es halten. Sonst werde ich samt dem Jesuskind nicht mitspielen."

      Herr Meier war fassungslos. Was bildete sich diese Göre denn ein? Doch ehe er den Mund aufmachen konnte, trat Josef vor: „Wenn Maria geht, muss ich als Josef mit ihr und dem Kind gehen." Die anderen grinsten verstohlen. „Dasselbe gilt selbstverständlich auch für uns", meldeten sich die Hirten. Der Aufruhr war perfekt.

     „Schon gut, schon gut", rief Herr Meier entnervt, „ich habe ver­standen. Also, was schlagt ihr vor?"

     Es folgte eine heftige Diskussion mit lautstarken Äußerungen und verschwörerischem Getuschel. Doch ganz allmählich schälte sich eine Lösung heraus, mit der alle zufrieden waren.

     Die Geschichte um die beiden kranken Kinder machte rasch die Runde im Dorf. Jeder wollte wissen, wie die Sache ausgehen würde, und am Heiligen Abend nach dem Gottesdienst war im Gemeindezen­trum kein Stuhl mehr frei. Alles klappte tadellos. Dann kam der span­nende Moment.

     „Wir sind die Heiligen Drei Könige und kommen von fern. Wir bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe unserem Herrn."

     Drei prächtig gekleidete Könige mit Kronen auf dem Kopf traten neben die Krippe, knieten nieder und überreichten dem Kind ihre Gaben. Dann kamen zögerlich noch zwei Könige. Ein kleines blasses Mädchen und ein großer schmaler Junge. Beide trugen normale Klei­dung, aber auf ihren kahlen Köpfen trug jeder eine wunderschöne Kro­ne. Sie knieten neben der Krippe nieder, nahmen ihre Kronen ab, und der Junge sagte mit zitternder Stimme:

     „Liebes Jesuskind, wir möchten dir so gerne etwas schenken. Aber wir haben nichts Wertvolles. Deshalb bringen wir dir unsere Kronen -aber sie sind nicht aus Gold. Wir bringen dir unsere Herzen - aber sie sind voller Angst. Wir weihen dir unser Leben - aber wir wissen nicht, wie lange es noch dauert."

     Jeder im Saal war tief betroffen, und mancher hörte mit Tränen in den Augen, wie Maria sagte: „Seht, wie das Kind euch zulächelt." Dann nahm sie zwei Kerzen, zündete sie an und sagte: „Nehmt dieses Licht als Zeichen der Hoffnung und als Zeichen der Liebe. Und wenn es ganz finster um euch wird, zündet diese Kerzen an und seid gewiss, dass das Kind in der Krippe euch nahe ist und euch auch in der tiefsten Dunkelheit nicht verlässt."

     In diesem Moment gingen im Saal alle Lichter aus. Nur die beiden Kerzen brannten, und irgendwo im Hintergrund fing leise das Harmo­nium an zu spielen und eine weiche Stimme sang:

 

Dies ist die Nacht, da mir erschienen

des großen Gottes Freundlichkeit;

das Kind, dem alle Engel dienen,

bringt Licht in meine Dunkelheit,

und dieses Welt- und Himmelslicht

weicht hunderttausend Sonnen nicht.

                                                            

Am Ende sangen alle im Saal mit, und keiner, der dabei war, wird die­ses Weihnachtsfest je vergessen.

                                                                                                                                                                                         Ursula Berg

Euch allen eine hoffentlich stressfreie und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit, sowie einen gesegneten Start in das neue Jahr.

Euer

Ehrhart Weider

                                           



 

 

 

Liebe Freunde,

bei jedem Rundbrief unserer amerikanischen Freundin Bevereley freut mich immer wieder, ihre fundierte und ausführliche Berichterstattung. Daran möchte ich Euch gerne teilhaben lassen, (im geringen Maß um persönliche Anmerkungen gekürzt).

Ich entschuldige mich, dass ich nicht jedem persönlich schreibe, aber ich hoffe, Ihr habt Freude daran, zu sehen, wie es vorangeht in dieser Arbeit.Bald werden die Mädchen des Gymnasiums und 2 Universitäts- Studentinnen zurückkommen, um wieder die Schule zu besuchen. Die Schule beginnt hier in der 2. Septemberwoche.
Liebe Freunde des Hauses der Hoffnung,

Die Frühlingsferien im Haus der Hoffnung waren schön. Zuallererst haben die Mädchen, denen ihr ermög-licht, weiterhin zur Schulde zu gehen, im letzten Jahr sehr hart gearbeitet. Sechs der sieben Mädchen könnt ihr auf dem Foto rechts sehen. Das Mädchen links studiert Medizin. Das dritte Mädchen von links (in grau und schwarz) ist Klassenbeste geworden. Das Mädchen rechts ist in der neunten Klasse und hat ebenfalls als Klassenbeste abgeschnitten. Sie ist das dritte Mädchen, das aus einem sehr armen Dorf südlich von Sibiu kommt. Während der letzten zwei Jahre hat ein junger Pastor mit seiner Familie eine Arbeit mit der Kirche dort gestartet. Sie sind nun Partner unserer Gemeinde in Sibiu – Bethany Baptist. Nächstes Jahr werden drei weitere Mädchen (deren Eltern nicht gläubig sind) kommen, um an der christ-lichen Schule zu lernen. Sie werden mit den Mädchen im Barlea Haus wohnen, wo inzwischen die meisten der Mädchen aus dem Haus der Hoffnung leben. Momentan sieht es danach aus, dass acht Mädchen in Barlea wohnen werden und zwei weiterhin in den Gebäuden des Hauses der Hoffnung.

Stand Juni lebten 76 Senioren in unserem Haus. Jede mögliche Ecke wird genutzt, um älteren Leuten ein Zuhause zu bieten, und trotzdem gibt es weiterhin eine Warteliste. Das Haus trägt sich immer mehr selbst. Es muss kein Fleisch mehr im Laden eingekauft werden. Jedes Jahr werden eigene Schweine gezogen und dann immer zwei geschlachtet. Es werden außerdem Hühner gekauft, die dann aufgezogen werden, bis sie groß genug zum Essen sind. Gerade gibt es 200 Pfund Hühnerfleisch, das in den Gefrierschrank kommt. Die Menschen hier essen nicht viel Rindfleisch. Sie kaufen stattdessen auch Puten und schlachten sie. Außerdem gibt es inzwischen 150 Obstbäume oder –büsche. Dank des Gartens kann außerdem Gemüse für den Winter eingefroren werden. Links seht ihr ein Bild von einem der zwei Erd-beerfelder. Während des Sommers wird Erdbeer-, Blaubeer- und Himbeermarmelade eingemacht.

Obwohl das Haus der Hoffnung eine private Institution ist, müssen regelmäßig Prüfungen durch das Gesundheitsamt und andere behördliche Institutionen bestanden werden. Gerade wurden wieder alle Prü-fungen bestanden und das Haus wurde für weitere fünf Jahre akkreditiert. Jedes Mal, wenn die Prüfer kommen, ist das eine Gelegenheit, Gottes Fürsorge bezeugen, die sich in dem Erhalt des Hauses ohne staatliche Förderung zeigt. Danke für euren Anteil daran, dass all dies möglich ist!
Letzten Herbst brach in einem Nachtclub in Bukarest ein schreckliches Feuer aus, das über 60 Tote for-derte. Die Sicherheitsregularien für Feuer waren nicht beachtet worden. Es wurden zum Beispiel Feuer-werkskörper in den Räumen gezündet und die Türen öffneten nach innen, sodass es dann für die Men-schen schwierig war, heraus zu kommen. Die Regierung stellt daher momentan sicher, dass überall im Land die bestehenden Regularien eingehalten werden und hat darüber hinaus einige neue hinzugefügt. Als das Haus der Hoffnung gebaut wurde, waren Rauchmelder noch nicht obligatorisch. Jetzt muss ein System installiert werden, dass bis zum Ende des Jahres läuft. Die Kosten werden sich auf mindestens 20.000 EUR belaufen, was in etwa 22.000 Dollar entspricht. Die Melder müssen auf allen drei Etagen, dem Keller und den Lagerräumen installiert werden. Zuerst dachte ich, dass wir batteriebetriebene Geräte aus den Staaten kaufen und damit etwas Geld sparen könnten, aber diese sind hier nicht zugelassen. Es muss ein System installiert werden, wie es von der rumänischen Regierung gewünscht wird. Bitte betet dafür, dass wir das Geld zusammen bekommen und alles bis zum Ende des Jahres fertig gestellt werden kann. Bittet betet auch darum, ob ihr an dieser Stelle helfen könnt. Danke.

Diesen Sommer wurde der Zaun um das Haus der Hoffnung herum fertig gestellt. Er hat ein Betonfunda-ment. Wie ich das letzte Mal geschrieben habe, ist er dafür da, die Hunde von nebenan fern zu halten, die im Hof Schäden verursacht, einige Hühner gerissen und für die Senioren einen Aufenthalt draußen uner-freulich gemacht haben. Unten sind ein paar Bilder von den Arbeiten am Zaun aus Juni zu sehen und eini-ge Senioren, die wieder die Zeit draußen genießen.

Ich bin doch ein wenig traurig, jetzt nicht  in Rumänien zu sein, wie sonst üblich.. Zum einen musste Edith sich einer Operation unterziehen und ich habe eine verschleppte Lungenentzündung, die mir bei meiner allgemeinen Luftknappheit, doch schwer zu schaffen macht. Doch wissen wir, bei allen Freuden aber auch besonders auch bei Problemen, unser himmlischer Vater macht keine Fehler. In dieser Gewißheit grüße ich Euch von ganzem Herzen,

Euer Ehrhart Weider

Es kommt nicht darauf an, geliebt zu werden,
sondern zu lieben.
Es kommt nicht darauf an, zu genießen,
sondern zu schenken.
Es kommt nicht darauf an, sich durchzusetzen,
sondern sich einzusetzen. 

Martin Luther King

im April 2016

Liebe Freunde,

diese Fahrt begann mit Regen und Kälte, und Rumänien empfing uns mit Sonnenschein und Wärme. Für uns war es eine sehr entspannte und

streßfreie Fahrt. Aylin, die älteste Tochter von Johannes trug mit ihrer fröhlichen Art, dazu einen wesentlichen Teil bei. Hier ihre eigenen Eindrücke und Empfindungen:

Alte und neue Geschichten
Ich bin mit ihnen aufgewachsen – mit den Geschichten aus Rumänien. Schon als Kind betrachtete ich auf zahlreichen Vorträgen die Diafotos der Reisen und lauschte den Berichten aus dem mir so fremden Land.
So war die Freude groß, als sich dieses Jahr die Gelegenheit ergab, meinen Vater, Ehrhart und Edith, selbst einmal nach Rumänien zu begleiten. Schon die Fahrt war gefüllt mit lustigen, ernsten und spannenden Anekdoten von früheren Reisen. Nach 27 Stunden Fahrt im Mulitvan mit vollgepacktem Anhänger erreichten wir Sibiu - mit den schneebedeckten Karpaten im Hintergrund und den weiten Flächen umher, ein malerischer Anblick.

Die Stadt selbst, eine Stadt voller Gegensätze: nicht weit von alten Hochhaussiedlungen steht ein neues Shopping-Zentrum, wo sich Läden wie Deichmann oder Kaufland etabliert haben. Durch die Straßen laufen neben Business-Männern in schicken Anzügen Sinti- und Roma- Familien in ihren traditionell bunt gemusterten Kleidern. Ein merkwürdiger Anblick. Sibiu, wie auch ganz Rumänien, hat sich entwickelt. Vor der Reise wurde mir schon gesagt, dass alles nicht mehr so ist, wie es einmal war, jetzt, nachdem Rumänien in die EU aufgenommen wurde.

Inzwischen ist der neue Zaun fertig. Er war nötig, da immer

wieder die herumstreunenden Hunde auf dem Grundstück ihr

Unwesen trieben.


Und es stimmt: Rumänien hat sich verändert. Aber um zu beschreiben, wie genau es sich verän-dert hat, ist ein sehr differenzierter Blick gefragt, der die Gegensätze wahrnimmt und die Grenzen von EU-Fördermitteln erkennt. Ein Blick, der die wunderschöne Innenstadt Sibiu´s genau so sieht wie die kleinen, kaputten Häuser ohne Strom und Wasser in den umliegenden Dörfern. Ein Blick, der die neu-reichen Unternehmer erkennt, denen die Welt offen steht, aber auch die Bauern auf dem Dorf, deren Chancen auf ein besseres Leben sich nicht geändert haben.

Nach einem ersten Eindruck von Sibiu und von Rumänien erreichten wir Șelimbăr, ein Vorort von Sibiu, und das orange-strahlende „Haus der Hoffnung“, das ich von so vielen Bildern kannte. Ein Haus mit Geschichte. Ein Haus, das schon viele Geschichten miterlebt und viele Nutzungen erfahren hat und zu dessen Existenz so viele Menschen beigetragen haben. Zur Zeit wird es überwiegend als Altenheim geführt, und so begegneten uns gleich einige Senioren, die uns teilweise mit ihrem guten Deutsch überraschten.

(Anmerkung: Die meisten Mädchen wohnen zur Zeit in unserem Haus in Sibiu. Dieses Haus war ja die erste kleine Diakoniestation. Da sie teilweise sehr unterschiedliche Unterrichtsstunden haben, war es sinnvoll, sie dort unterzubringen. Bis auf die Schwestern Alina und Rebeca B., die im Haus fleißig mitarbeiten, wohnen jedoch weiterhin im "Haus der Hoffnung" in Şelimbar)

Aylin hilft Alina in der Küche      Athena, Narcisa (10Jahre) und
     Daniel (7Jahre)

Das wichtigste rumänische Wort, welches ich in den ersten Tagen lernen durfte, war: „Mulțumesc“ - „Dankeschön“. Diese Tatsache spiegelt die Gastfreundschaft, die wir an so vielen Stellen (oft in Form von köstlichem Essen, insbesondere Kuchen...) erfahren haben. Während unserem ca. 6-tägigen Aufenthalt in Rumänien, der durchgängig von Sonne und warmen Temperaturen begleitet wurde, haben wir die unterschiedlichsten Orte besucht und Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten getroffen.

Ob die ärmlichen Familien im Dorf Roşia, wo auf staubigen Straßen noch Pferdekutschen fahren, die etwas schüchternen Mädels aus dem Projekt "Esperanza" in ihrer „Riesen-WG“, die alleinerziehende Mutter in einem kleinen Hochhauszimmer in Kronstadt oder der erfolgreiche Unternehmer in seinem modernen Büro in Sibiu. Manchmal war eine Kommunikation durch einen Übersetzer möglich, manchmal konnte nur versucht werden, in einem Lächeln auszudrücken, was man sagen wollte.

Von zwei dieser Begegnungen möchte ich kurz berichten:

Einmal haben wir zwei von den ersten Mädels des Projektes besucht. Diese sind mittlerweile schon Ende 30 und haben eigene Kinder. Eine dieser Frauen wohnt mit ihren zwei Kindern im ersten Stock eines Hochhaus in Kronstadt, Braşov. Als sie uns in ihr Zimmer geleitete, war ich schockiert. In einem Zimmer, nicht größer als 14 Quadratmeter, wohnt sie mit ihren Kids, die 7 und 10 Jahre alt. Die Toilette befindet sich auf dem 4. Stock. Wenn sie baden wollen, benutzen sie eine rote Waschwanne. Mit Mühe passten wir alle in das kleine Zimmerchen hinein. Das Beeindruckende an dieser Begegnung waren die beiden Kinder. Der kleine Sohn strahlte pure Lebensfreude aus, lächelte die ganze Zeit und brachte die Erwachsenen mit seinen Kommentaren zum Lachen. Auch die große Schwester schmunzelte durchgängig. Wie unglaublich, dass sie unter diesen Umständen eine solche Freu-de hatten und diese so ausstrahlten!

In Roşia, einem Dorf in der Nähe von Sibiu, trafen wir eine Familie, die eine schlimme Zeit hinter sich hat. Nachdem der Ehemann die Ehefrau in einem Alkoholrausch umgebracht hatte und daraufhin ins Gefängnis musste, blieben die sechs Kinder zurück. Vier von ihnen wurden in ein Kinderheim gebracht und zwei von ihnen leben nun bei der Großmutter in einem kleinen Haus. Eine Familie, die schlimmes durchmachen muss und auf Hilfe angewiesen ist. Diese Geschichte hat mich sehr getroffen, gerührt und wird mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben.

Insgesamt war die Fahrt mehr als ein Hilfseinsatz und mehr als ein voller Anhänger mit Klamotten und Medikamenten. Es war ein Besuch, bei dem Beziehungen geknüpft und gefestigt wurden, ein Signal, um zu zeigen, dass Menschen nicht allein gelassen werden, und es waren-viele Begegnungen, in denen Wertschätzung vermittelt wurde. Alte Geschichten wurden fortgeführt, neue Geschichten sind entstanden und können nun erzählt werden.
Ich bin froh zu wissen, dass Gott alle Geschichten kennt und dass er ein Gott ist, der war, der ist und der sein wird.
                                                                                                                                                                                                                                                                      Aylin Koslowski

Mit Estera und Ana S., die uns als gute Über-

setzer begleitet haben. Die Deutschkent-

nisse haben sie sich selber beigebracht.

Letzte gemütliche Runde mit der Familie Horst, die im Juli zurück in die

Schweiz ziehen.

 

Sehr traurig und ein wenig wütend bin ich schon auf die Eltern der Schwestern Simone und Maria S.. Beide Mädchen haben einen sehr guten Schulabschluss. Wir wollten ihnen eine Ausbildung zur Krankenschwester ermöglichen, doch die Eltern, trotz intensiven Gesprächen, waren strikt dagegen. Ihre Argumentation, Mädchen brauchen keine fundierte Ausbildung. So mussten Beide zurück nach Hause, um dort in der Landwirtschaft etc. zu helfen und dann irgendwann zu heiraten.

 

 

 

 

 

 

Aber freuen dürfen wir uns, dass:
>das alle Mädchen fleißig sind und durchweg überdurchschnittliche Zeugnisnoten erhalten,
>Rebeca S. als Lehrerin für Deutsch/Rumänisch für die Kinder des Siemens Managers tätig ist

>Estera U. nach dem Abitur zurück zu ihren Großeltern gezogen ist, da sie nicht weiter studieren wollte

>Tania F. und Andres B. mit der Schule aufgehört  haben, um zu heiraten
>Daniela S. auch mit dem Abitur fertig ist und arbeiten geht                                                                                                                                                                                         

So sind im Moment noch 11 Mädchen, die unter unserer Obhut stehen. Mit dem neuen Schuljahr nach den Sommerferien sind schon einige Anfragen vorhanden, die Maria sorgfältig auf Bedürftigkeit prüfen wird.

   

Unsere Ferienanlage wird immer komfortabler.Mitte unten wird

das Wasser des Baches umgeleitetfür mutige "Kaltwasser-Wäscher"

  Zur Pflicht, der wir gerne nachkommen, gehört am Sonntag das Grüssen und die Predigt in der

  Gemeinde Rosia

 Immer wieder mit großer Dankbarkeit grüßt von ganzem Herzen, Euer

Ehrhart Weider

 

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