August 2011

Liebe Freunde und Mitstreiter,

mit viel Spannung und Neugier habe ich mich diesmal auf den Weg gemacht. Wie haben sich die Senioren      eingelebt? Wie ist das Zusammenleben unter Jung und Alt unter einem Dach? Der Weg führte diesmal auch wieder über Bad Neustadt, wo ich die Freizeit-Materialien der Hauskreisgruppe mitnahm. Auch in diesem Jahr werden sie wieder eine Woche für rumänische Kinder aus bedürftigen Familien eine Ferienmaßnahme durchführen. Sehr wohltuend war, kommend aus der „Kälte“, die „warme“ Begrüßung mit durchgehend 35 Grad Sonnenschein.

Seit kurzem ist Janina bei uns. Sie kommt aus einer Familie und ist die Älteste unter 5 Geschwistern. Der Vater ist Frührentner und sehr krank. Die Mutter kümmert sich nicht um die Kinder und das Geld, was Janina als Verkäuferin verdiente musste sie der Mutter abgeben, die es u. a. mit Alkohol verprasste und sich in keiner Weise um die Kinder kümmerte. Janina war dadurch sehr deprimiert und wusste  nicht wie es weiter gehen sollte. Hier im Haus ist sie so richtig aufgeblüht und ein fröhlicher junger Mensch geworden. Die Geschwister werden durch uns regelmäßig mit Lebensmitteln und Kleidung versorgt. Wie schon einmal berichtet, hat ja Ana eine schwere Hepatitis und benötigt regelmäßig Beobachtung und helfende Injektionen. Demzufolge wird sie auch weiterhin im Haus bleiben müssen. Sie arbeitet ja in einer Schokoladenfabrik, und ansonsten ist sie eine fleißige Helferin bei allen anfallenden Hausarbeiten. Im Laufe der kommenden Wochen werden noch mit einigen Mädchen Gespräche geführt zwecks eventueller Aufnahme.

Inzwischen leben 17 Senioren im Haus. Sie werden von einer Krankenschwester und drei Pflegekräften (im Schichtdienst) und einem Arzt, der regelmäßig ins Haus kommt, betreut. So manch einer freut sich, hier und da im Haus und Garten mithelfen zu dürfen. Im Gespräch mit ihnen versicherten mir alle, dass sie froh und glücklich sind, sehr gut versorgt  und betreut   werden. Ich kann das gut nach- vollziehen, da die wenigen staatlichen Heime nur Aufbewahrungs- und Wegschließinstitutionen sind. Interessant ist, dass manch einer von ihnen auf ein Zwei- oder sogar Dreibettzimmer besteht. Der Grund: zuhause kümmert sich keiner um sie, haben keinen, der sich mit ihnen unterhält. Die Rumänen sind sehr, sehr kommunikativ.

Sehr schön ist es, mitzuerleben, wie das Gemeinsame lebt, wie unsere Mädchen den Senioren helfen und sie bei Spaziergängen begleiten. Es haben sich richtige Freundschaften entwickelt,  Ana mit Elisa, eine ehemalige Gerichtsangestellte (Richterin ?). Beide fahren manchmal mit den Taxi zu Besichtigungstouren.

Noch ein paar Anmerkungen zu der Kinderfreizeit. Geplant und vorbereitet war eigentlich für 40 bis 50 Kinder. Da es dann doch ca. 70 Kinder waren, war der Anfang zwar etwas chaotisch, doch schnell hat sich alles eingespielt. Die ganze Woche über war herrliches  Sommerwetter, und so wurde es doch noch eine segensreiche Woche für alle Beteiligten. Auf die Frage an Mimi, warum mehr Kinder als geplant angenommen wurden, war ihre einfache Antwort: „Wen sollte ich absagen? Alle haben doch einmal das Anrecht auf eine  unbeschwerte Woche.“Ein ausführlicher  Bericht vom Leiter Andreas wird zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Mitarbeiter des Hauskreises Bad Neustadt Kinder mit den gesponserten Trikots des FSV Bad Neustadt
Basteln in jeder Art und Form ist bei rumänischen Kindern immer der Renner liebevoll gestaltete Abschlussfeier

Mit herzlichen und dankbaren Grüßen Euch allen die Ihr uns so treu zur Seite steht,

Euer Ehrhart Weider

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