im Oktober 2012

Liebe Freunde,

gerne möchte ich Euch daran teilhaben lassen,  was mir der Neustädter Hauskreis über ihren Ferieneinsatz geschrieben haben, und damit ihren vorbildlichen Einsatz  würdigen.

Kinderfreizeit Rumänien 2012 / Tabera Cobana -  Valea Mosei

An dieser Stelle dürfen wir nun schon zum drittenmal von einer Kinderfreizeit in Rumänien berichten. Im August waren wir wieder in den Karpaten, im schönen Tabera Cobana und hatten mit 56 Kindern eine richtig gute Zeit.

2011 hatten wir den Kindern versprochen, dass wir wiederkommen und so begannen wir schon im Dezember 2011 die Planungen für diesen Sommer. Nachdem unser kleines Team auch wieder für die neue Freizeit zugesagt hatte (nur Jochen aus München konnte 2012 nicht mitfahren) buchten wir schnell unsere Flugtickets – die leider Jahr für Jahr teurer werden und konnten gemeinsam mit Ehrhart Weider und Mimi Barlea einen Freizeittermin Ende August festlegen.

Diese Vorplanungen sind immer sehr wichtig, die Jesus Geschichten werden herausgesucht, Kindergottesdienste vorbereitet, Spiele und die Bastelideen überlegt und dann vorbereitet. Das Freizeitprogramm ist immer zugleich das Tagesprogramm, es sind also viele Stunden auszufüllen und unser Wunsch dabei ist, dass die Kids immer ganz viel Freude an Allem haben und diese Ferienzeit genießen können.

Anfang August war alles fertig, die Kartons mit den Freizeitmaterial gepackt. Wir haben mit Edith und Ehrhart Weider zuverlässige Freunde, die unser gesamtes Material abgeholt und nach Rumänien gefahren haben – es waren immerhin wieder 20 große Kartons.

Im Vorfeld hatten wir diesmal einige Unterstützung von unserer Gemeinde, Hauskreis, Freunden, Arbeitskollegen und Vereinen – dies war für uns sehr ermutigend. Bastel- und Malzeug, Sport- und Badesachen wurden gespendet und wir konnten viele Dinge direkt vor Ort weitergeben.

Unser Team bestand aus 5 Erwachsenen, 2 Jugendlichen (17 und 20 J.) und 2 Kindern – jeder von uns hatte bestimmte Aufgaben übernommen (Musikteam, Technik, Kindergottesdienste, Sport, Spiele, Bastelnachmittage) und sich vorbereitet. Paul, unser Technikexperte hatte seinen Laptop, Beamer, Mischpult, Verstärker und Mikrofone dabei und dadurch gab es viele neue, spannende Elemente im Kinderprogramm (Lieder, Fotorückblicke, aktuelle Fotos und Bilder zu verschiedenen Geschichten).

Am 16.8. war es dann endlich soweit, von München aus ging unser Flug nach Sibiu. Am Flughafen gab es die erste Überraschung, man wollte unsere Gitarre nicht im Handgepäck zulassen (vorher wurde dies am Telefon anders bestätigt) und es gab (trotz Erklärungen, warum wir die Gitarre dringend brauchen) kein Einlenken von Seiten der Chefin der Fluglinie, die Zusatzkosten würden 200,00 € betragen. Eine Angestellte am Abfertigungsschalter hörte dies alles, betete für uns und ermutigte uns, dies auch zu tun, weil bei Gott nichts unmöglich ist. Nach einigen Minuten kam die Chefin, sie hatte mit dem Piloten gesprochen und man würde eine Ausnahme machen. Die Gitarre und unsere Sitztrommel reisten dann 1. Klasse nach Sibiu – Gott sorgt für seine Leute – ein schönes Erlebnis für uns .

Wir hatten wieder eine gute Reise, in Sibiu erwarteten uns Weiders und Pastor Cornel Barlea  und auch in Selimbar war es sehr schön, bekannte Gesichter der vergangenen Jahre zu treffen.

Am Abend ging es dann ins Karpatendorf zu unserem Lager – Tabera Cobana. Hier trafen wir das Ehepaar Veorika und Vasile und die Küchenfrauen, gute Freunde der vergangenen Jahre – und wurden herzlich begrüßt.

Auch unsere Übersetzerinnen für die nächsten Tage kamen abends an – 4 Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren waren uns eine große Hilfe, sie übersetzten großartig, machten überall sehr gut mit – ohne die Mädchen wäre das Camp nicht machbar gewesen.

Wir konnten nach dem Auspacken alle Materialien sortieren und hatten noch Zeit die rumänischen Lieder zu üben.

Am nächsten Tag kamen morgens die Kinder an, fast alle Kids leben in Rosia und wurden über die dortige Gemeinde eingeladen. Es war besonders schön Kinder aus den vergangenen Jahren wiederzusehen. Der Kontakt war sofort hergestellt und es war toll zu sehen, wie alle Kinder sich auf die Zeit im Camp freuten.

Die 7 Tage der Kinderfreizeit gingen sehr schnell vorbei. Die Zeit war immer gut gefüllt. Wir starteten jeden Tag mit musikalischen Frühsport, nach dem Frühstück war Kinderprogramm – ungefähr 2 bis 3 Stunden mit viel Musik, Bibelgeschichten, Theater, Spiel und Bastelarbeit, Gebet - alles rund um das Thema „Jesus – Freund fürs Leben“. Nach dem Mittagessen ging es immer an den Gebirgsbach, Badezeit war angesagt – da wir jeden Tag herrlichen Sonnenschein bei 35° hatten, war dies für uns alle eine schöne Erfrischung.

Danach ging die Bastelzeit los, die Kinder waren sehr kreativ beim Anmalen von Gipsfiguren, Ketten und Bänder herstellen, Kreuze basteln, Gebetswürfel bemalen, Muschelbilder anfertigen und vieles mehr, nach der Freizeit waren die „Schatzkisten“ dann gut gefüllt mit Mitbringsel für zu Hause.

Im Abendprogramm war oft Fußball für die Jungs angesagt, ein Verein hat uns auch wieder viele Trikots gesponsert und wir konnten die Jungs einkleiden.

Die Mädchen hatten eine eigene Spielzeit oder trafen sich zum Singen.

Die Schatzsuche war diesmal auch sehr gut gelaufen, in den vergangenen Jahren war dies immer sehr chaotisch und mit der Zeit lernen wir, was geht und was mit vielen Kindern nicht so einfach abläuft.

Die Zeit am Lagerfeuer mit Marshmallows am Stock, singen, erzählen oder einfach ins Feuer zu schauen war auch wieder sehr beliebt.

Anschließend konnten alle zum Fest beitragen, ein paar mutige Kinder sangen Lieder, es wurde viel gespielt, getanzt und gelacht. Paul und Vasile bauten in der Zwischenzeit unser mitgebrachtes Feuerwerk auf, diesmal war die Überraschung nicht so groß, weil die Kinder dieses Erlebnis vom Vorjahr allen erzählten. Trotzdem war es eine große Freude für alle, die Kinder standen im Lagergelände und staunten über die Raketen, es war ein super - schöner Abschluss des Festes.

 

Donnerstag war dann morgens der Abschluss-gottesdienst, die Kinder wurden noch einmal gesegnet und verabschiedet, natürlich war auch wieder eine Fotozeit angesagt, jeder wollte auf möglichst viele Fotos - unsere Speicherkarten waren wieder randvoll . 

 

 

 

 

 

 

Jeder von uns hat wieder ganz viele besondere, persönliche Eindrücke von dieser Zeit. Es gab ganz viele schöne Momente und die Kinder sind sehr kontaktfreudig, dies machte es uns leicht, wenn wir uns mit „Händen und Füßen“ verständigten – ein besonderer Spaß für die Kids ist immer, wenn wir versuchen uns auf Rumänisch auszudrücken. Manchmal war es auch sehr anstrengend, man fühlte sich ausgepowert und kam an seine Grenzen, aber diesmal waren die Kinder ziemlich unkompliziert und wie in den vergangenen Jahren auch sehr liebenswert. Als Team konnten wir uns oft ergänzen, jeder mit seinen Begabungen und dazu kam noch, dass wir einen Gott haben, der uns alle versorgt, Kraft, Liebe und Fähigkeiten schenkt.

Dass wir wieder für die Kinder beten durften, war für uns selbst großartig. Fast alle Kinder kamen und wollten, dass wir für sie und ihre Familien beteten und wir konnten sie segnen und alle Kinder Gott anvertrauen, der ihr Leben und ihre Lebenssituation kennt und den Kindern weitersagen, dass Jesus sie unendlich liebt und bei ihnen ist.

Nach der Verabschiedung ging es für uns ans Packen und Aufräumen und es blieb auch noch Zeit zum Ausruhen am Bach und für einen kleinen Spaziergang. Abends wurden wir abgeholt und nach Selimbar gefahren, wir durften hier noch 2 Tage wohnen und wurden von Lenuta und Nicu gut versorgt.

Mit 2 Frauen aus der Gemeinde in Rosia und einer Übersetzerin fuhren wir dann in das Dorf und besuchten viele Familien und Kinder, die bei der Freizeit dabei waren. Es war eine sehr schöne Zeit, alle Leute waren sehr gastfreundlich, luden uns in die Häuser ein, es gab Kuchen und Getränke, Brunnenwasser, Trauben, Schafskäse… Die Kinder liefen mit uns durch das Dorf und überall trafen wir bekannte Gesichter.

Manche Geschichten über die Lebensumstände mancher Familien machten uns traurig, viele haben auch kaum Perspektiven wie es weitergeht, einige Schulabgänger die wir getroffen haben, haben keine Ausbildung in  Sicht, das Leben vieler armer Dorfbewohner ist sehr hart und oft sind Frauen mit Kindern auf sich allein gestellt.

Ein Mädchen (14 Jahre) war voriges Jahr mit im Lager, nun hatte sie schon ein Baby, glücklicherweise kümmerte sich deren Mutter um das Baby. So gab es viele traurige Geschichten – aber gerade dies bestärkte uns, dass es gut ist, den Kindern ein paar Tage schöne Ferien zu gestalten.

Die Gemeinde in Rosia ist so wichtig für das gesamte Dorf, hier kann geholfen werden, dass das Zusammenleben in der Familie wieder besser wird, dass schon Kinder Jesus kennenlernen und sich dadurch was verändern kann. Manche Familien sind auf einen guten Weg, dies konnten wir an vielen Leuten sehen und  vielen  Familien konnten wir Gottes Segen weitergeben und für sie beten und wir vertrauen auf Gott, dass ER die Kinder mit ihren Familien beschützt und sie auf einen guten Weg führt.

Dieser Tag in Rosia war so schön und wird unvergessen bleiben, weil durch die Freizeit eine Verbundenheit gewachsen  ist und Freundschaften entstanden sind.

Auch diesmal waren wir alle bewahrt geblieben, es gab im Lager keine Unfälle, Krankheiten oder Verletzungen.

Gott hat uns alle gesegnet mit Liebe für die Kinder (man bekommt so viel zurück!), mit Kraft, wenn wir uns kraftlos fühlten und mit Gelingen bei allen Dingen die wir vorbereitet hatten. Die Kinder im Lager waren immer richtig froh dabei und zufrieden, die jungen Leute aus unserem Team hat diese Zeit auch positiv geprägt.

Jesus möchte, dass wir von IHM weitersagen, Liebe weitergeben und Zeit für Andere haben – wenn wir im Vertrauen losgehen, erleben wir, dass ER uns nicht allein lässt, das wir in schwierigen Situationen in SEINER Hand sind und dass es nichts Besseres gibt, als diese Hoffnung weiterzugeben.

Für das gesamte Hauskreis Team, Andreas Eckhardt

 

Mit herzlichen Grüßen und Gottes Segen wünscht von ganzem Herzen,

Euer Ehrhart

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