Wir können keine großen Dinge tun –

                                                                    Nur kleine, aber die mit großer Liebe.

                                                                                                                                                             Mutter Teresa

Liebe Freunde,

ich bin immer wieder freudig erstaunt und unendlich dankbar, dass trotz zunehmender wirtschaftlichen und finanziellen Unsicherheiten, wir gemeinsamunseren diakonisch-missionarischen Dienst tun können. Euch allen immer wieder ganz herzlichen Dank.

Inzwischen leben 12 Mädchen im Haus. Dazu wurden für sie im Erdgeschoß (re. Seite des Hauses) die Zimmer entsprechend umgebaut und hergerichtet. Dazu ist auch für sie eine kleine Küche eingebaut worden, damit sie sich selber schnell mal etwas zubereiten können.

           Carmen B.
         Tabita S.

Als neue Mädchen sind Carmen, Tabita und Madalina aufgenommen.

Carmen kommt aus einem Dorf wo es heute noch keine Elektrizität gibt. Ihre Familie ist sehr arm. Jetzt geht sie in die 9. Klasse der christl. Schule, die ja zur Baptistengemeinde Bethania in Sibiu gehört. Tabita kommt aus Rosia, hat noch 2 Geschwister und der Vater ist Alkoholiker. Auch sie geht in dieselbe Schule.

Die 3 Schwestern aus Girbova, die aus einer Familie mit 16 Kinder kommen,  leben jetzt im Haus.  2 von ihnen gehen noch zur  Bethania-Schule und eine von ihnen studiert  inzwischen .

 
          Magdalena S.                Maria S.            Rebeca S.

Jetzt ist Madalina im Haus zusammen mit ihren 3 Schwestern. Sie geht jetzt auf die Universität und studiert Ingenieurwissenschaft.

Wir sind sehr dankbar, dass alle Mädchen fleißig lernen und sehr brav sind. Freuen tun wir uns auch darüber, dass sich jedes Mädchen 2 Senioren ausgewählt haben, mit denen sie Gemeinschaft haben und auch gemeinsam in der Bibel lesen. Einige von ihnen können sehr gut singen und jeden Abend gestalten sie eine Art kleinen Gottesdienst mit den Senioren. Es ist endlich auch einmal schön, dass Lenutza, Nicu. Mimi und Cornel  etwas ruhigere  Zeiten haben.

        Madalina B.             Mirela B.            Simona B.

Nun wünsche ich Euch allen eine ruhige und besinnliche Adventszeit, gesegnete Weihnachten und ein behütetes Neue Jahr.

Euer Ehrhart Weider

Das schönste Weihnachtsgeschenk

Wir schenken zu Weihnachten oft nur äußere Dinge. Aber anrühren kann nur, was von innen kommt. Zeit haben für die Allernächsten gehört dazu.

Ein kalter Wind fegte durch die Straßen und Gassen von Altenhof und ließ hier und da den spärlichen Schnee aufwirbeln. Die heftigsten Böen verfingen sich in den goldenen Weihnachtsgirlanden, die den kleinen Marktplatz überspannten, und zerrten und zurrten an ihnen. Es war später Nachmittag an Heiligabend und es dämmerte bereits. Die weni­gen Menschen, die jetzt noch unterwegs waren, beeilten sich, nach Hause zu kommen.

Überall erleuchtete warmes Licht die Fenster. Auch aus der Poli­zeiwache am Marktplatz fiel ein Lichtschein auf die Straße. Verbrecher und Straftäter nahmen auf Weihnachten keine Rücksicht; so war die Dienstsstelle auch heute besetzt.

Drinnen saßen zwei Polizisten, stumm über Akten gebeugt. Plötz­lich durchbrach das schrille Klingeln des Telefons die Stille. Wacht­meister Fritz Langer nahm den Hörer ab. „Polizeidienststelle Alten­hof, guten Abend. Wer spricht bitte?" Einen Moment lauschte er in den Hörer. „Ja, ich komme sofort", erwiderte er und legte den Hörer auf. „Das war die Tankstelle unten an der Ausfallstraße. Die haben einen Jungen beim Diebstahl von Coladosen geschnappt. Ich fahr hin und hol das Bürschchen her."

Oberwachtmeister Hermann Stöcker nickte. Es geschieht immer häufiger, dass junge Leute etwas aus Läden mitgehen lassen. Unver­ständlicherweise ist Ladendiebstahl in deren Köpfen ein Kavaliers­delikt.

Eine halbe Stunde später war Langer wieder da. Mit einem ver­legenen Gesicht zog er einen halbwüchsigen Jungen hinter sich her. Als die beiden ins Licht traten, blieb Stöcker fast das Herz stehen.

„Du?", fragte er völlig fassungslos und trat einen Schritt zurück. „Du?", rief er nochmals, diesmal lauter. Vor ihm stand sein eigener Sohn Ralf. Stöcker ließ sich auf seinen Stuhl fallen. Kollege Langer zog sich diskret in einen Nebenraum zurück. Das sollten die beiden unter sich ausmachen. Eine Ewigkeit sahen sich Vater und Sohn stumm an: der Junge mit einem hochmütigen Blick, als freue er sich an dieser unerhörten Situation; der Alte mit ungläubigem Entsetzen. Dann räus­perte sich Stöcker: „Warum hast du ..., ich meine, wieso?"

„Ich hatte Durst." „Wir haben genug zu trinken zu Hause."

„Aber keine Cola." „Cola ist ungesund."

„Ich hatte Durst auf etwas Ungesundes."

„Und dann gehst du einfach in die Tankstelle, stiehlst die Dosen und findest das wohl noch richtig, was?"

„Es war die einzige Gelegenheit, einen Termin bei dir zu bekom­men."

„Was soll das heißen, einen Termin? Ich bin dein Vater. Wenn du etwas zu sagen hast, dann sag es mir zu Hause."

„Das kann ich leider nicht. Du bist nie da. Du schiebst hier deinen Dienst, machst laufend Überstunden, kommst jeden Tag erst nach Hause, wenn ich schon im Bett liege. Selbst heute, am Heiligabend, sitzt du hier. Du hast mehr Zeit für deine Verbrecher als für mich."Der hochmütige Ausdruck auf Ralfs Gesicht verflog und darunter erschien ein verletztes Kindergesicht. Den Tränen nahe, fügte er noch hinzu: „Ich bin dir doch völlig egal."

deinen Dienst, machst laufend Überstunden, kommst jeden Tag erst nach Hause, wenn ich schon im Bett liege. Selbst heute, am Heiligabend, sitzt du hier. Du hast mehr Zeit für deine Verbrecher als für mich."Der hochmütige Ausdruck auf Ralfs Gesicht verflog und darunter erschien ein verletztes Kindergesicht. Den Tränen nahe, fügte er noch hinzu: „Ich bin dir doch völlig egal."

Stöcker war wie vom Donner gerührt. Er versuchte, die Hand sei­nes Sohnes zu ergreifen, aber Ralf zog sie wie elektrisiert zurück. „Aber Junge, das stimmt doch nicht! Du bist mir doch nicht egal! Aber ich muss hier meine Pflicht erfüllen. Die Pflichterfüllung ist ein wichtiger Bestandteil unseres ..."

„Hör auf zu predigen, Vater. Ich bin keiner deiner Untergebenen. Ich kann das Wort Pflichterfüllung nicht mehr hören. Wie steht es denn dann mit der Pflicht des Vaters dem Sohn gegenüber - der Pflicht, für den Sohn da zu sein?"

„Es ist doch keine Pflicht für mich, Vater zu sein."

„Doch, eine lästige sogar. Warum sonst ist es dir völlig gleich, was ich tue?"

Bleischwer legte sich wieder Stille über die beiden. Ralfs Worte hat­ten Stöcker bis ins Mark getroffen. Machte er wirklich diesen Eindruck auf seinen Sohn? Je mehr er über Ralfs Worte nachdachte, umso mehr musste er ihm recht geben.

Als vor drei Jahren seine Frau gestorben war, hatte sich Stöcker vor lauter Gram in die Arbeit gestürzt und dabei Ralf vernachlässigt.

Vor lauter Selbstmitleid hatte er vergessen, dass nicht nur er, Stöcker, seine Liebe verloren hatte, sondern Ralf auch die Mutter. Stöcker stand auf und holte seinen Mantel.

Vor lauter Selbstmitleid hatte er vergessen, dass nicht nur er, Stöcker, seine Liebe verloren hatte, sondern Ralf auch die Mutter. Stöcker stand auf und holte seinen Mantel.

„Fritz", rief er seinem Kollegen zu, „ich gehe jetzt nach Hause. Weihnachten feiern mit meinem Sohn!" Dann drehte er sich zu seinem Jungen: „Vorausgesetzt, du möchtest mit mir Weihnachten feiern." Die Augen des Jungen glänzten auf. „Ja, das möchte ich."

Sie traten beide auf die dunkle Straße. Als Stöcker diesmal nach der Hand seines Sohnes griff, zog er sie nicht weg. Zu Hause schmück­ten sie den Weihnachtsbaum und zündeten die Kerzen an. Dann fingen sie an zu reden. Stöcker erzählte von sich, und Ralf sprach über sein Leben. Sie sprachen bis tief in die Nacht hinein. Als alles gesagt war, nahm Stöcker Ralf in den Arm und sagte: „Ich verspreche dir, dass alles anders wird. Ich bin froh, dass du mir die Augen geöffnet hast. Die Vergangenheit ist vergangen. Wir schauen jetzt in die Zukunft. Ver­sprich du mir aber, nie wieder so einen Unsinn zu machen."

Das versprach Ralf seinem Vater gerne. Und Stöcker wusste, dass sein Sohn ihm trotz allem das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht hatte.

Beate Fleck

 

Lichter gibt es im Advent mehr als genug: Stimmungsvoll, edel, romantisch – eines schöner als das andere.

Doch erst wenn Gottes Licht und seine Liebe unser Herz berühren, beginnt es auch in uns Weihnachten zu werden.

Wenn wir spüren, oder auch nur ahnen, dass Jesus Christus uns ganz nahe ist, dass er uns hört, wenn wir zu ihm beten und er uns in jeder Dunkelheit zur Seite steht, dann geht uns tatsächlich ein Licht auf.

Ein Licht, das unser Leben verändert. Ein Licht, das uns schon hier auf Erden den Himmel näher bringt.

 

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