Ich glaube, dass uns Gott in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.

In solchem Glauben müssen alle Ängste vor der Zukunft  überwunden sein.

D.Bonhoeffer

Liebe Freunde,

inzwischen bin ich seit einer Woche aus dem Krankenhaus, wo endlich die verschobene Prostataoperation erfolgte, wieder zu Hause. Auch wenn manches Tun noch schwer fällt, bin ich sehr dankbar wie gut alles verlaufen ist. Daran haben viele gute Freunde nicht unerheblichen Anteil, die mich anriefen, Briefe schrieben und viel gebetet haben.

 

Barlea Nicolae (Nicu), geb. 16.01.1947 in Cergaul Mic.War der älteste von 3 Ge-schwistern. Nach Grund- und  Haupt-schule besuchte er die Berufsschule,  wo er als Fahrer ausgebildet wurde. An-schließend war er Fahrer bei der Firma I.R.U.C. in Sibiu. Nach dem Wehrdienst hat er 1972  Monica Bucse geheiratet. Ihnen wurden 3 Kinder (Nicusor, Marius, Monica) geschenkt. 1985 starb seine Frau an Krebs.Allein hat er sich liebevoll um seine Kinder gekümmert, war immer für sie da und versuchte die Abwesenheit der Mutter zu füllen.

In seiner Gnade und Barmherzigkeit hat ihm Gott, nach so vielen Jahren voller Leid und Traurigkeit , eine geistliche Tätigkeit gegeben, indem er bei A.M.C. Speranta Selimbar als Hausmeister und Verwalter angestellt wurde.Sieben Jahre hat er sich um die Waisenmädchen und Senioren gekümmert und sie versorgt. Am 06.01.2010 wurde er auf das Zeugnis seines Glaubens getauft. In dieser Zeit kam er in Kontakt mit Lenuta, die ähnliches in ihrem Leben erfahren hatte.Auch sie hat ihren Mann früh verloren und musste ihre drei Kinder alleine groß ziehen. Am 29.12.2010 heiraten beide in der Hoffnung, Gott wird ihnen ein schönes,  ruhiges Alter schenken, zusammen mit den Kindern und 9 Enkelkindern.Gott hat aber entschieden, dass Nicu seinen Lauf am 05.06.2013 durch einen schnellen und unerwarteten Tod beendet.

(Auszug aus der Beerdigungsrede)

Immer noch bin ich sehr traurig und kann mir  noch nicht die Fragen  „Warum“, Wozu“ verkneifen, dass unser himmlischer Vater Nicu zu sich  geholt hat. Nicu, der in seinem ruhigen, geduldigen und liebevollen  Wesen, von alt und jung im Haus geliebt war. Er hatte immer alles am  und im Haus voll im Griff. Besonders liebte er den Nutzgarten. Es wird  sehr schwer sein, einen adäquaten Nachfolger zu finden.

Mimi und Cornel schreiben uns:

Zurzeit haben wir natürlich sehr viel zu tun, denn Nicu hat eine große Lücke hinterlassen. Wir verbringen den ganzen Tag in Selimbar. Jetzt ist auch die Zeit, wo viel im Garten zu tun ist,  auch die Hühner schlachten und neue Küken besorgen.

Besonders schlimm ist es am Sonntag, wenn die Senioren in die Gemeinde zum Gottesdienst zu fahren sind. Wir überlegen, ob wir Marius, ein Sohn von Nicu, nehmen sollen. Er kommt am 1. August für einen Monat auf Probe.

Inzwischen haben auch die Camps in unseren Ferienhäusern begonnen. Dieses Jahr haben sich 700 Kinder angemeldet. Davon sind 200, die zum ersten Mal in einem christlichen Camp sind. Alle kommen aus bedürftigen Familien.

Es gibt fünf weitere Mädchen, die gerne ins Haus ziehen möchten. Damit wären es insgesamt 17 Mädchen, das wäre aber doch etwas zu eng. Denkt an ans, dass wir auch hier die richtige Entscheidung treffen.

Naomi kommt aua Alba Julia, hat noch drei Geschwister. Sie macht in Sibiu eine Ausbildung zur Krankenschwester. Sie hat bisher in Sibiu mit einer Freundin zusammen gewohnt. Die Freundin hat ihre Ausbildung beendet und ist fortgezogen. Allein kann Naomi die Wohnung nicht bezahlen und möchte bis Oktober bei uns wohnen. Dann ist sie fertig und wird dann heiraten."

Wie gerne wäre ich bei der Beerdigung dabei gewesen, doch leider hat mich meine Krankheit daran gehindert. Nun folgt noch die Reha in St.Peter Ording. Und dann hoffe ich endlich Ende September wieder nach Rumänien fahren zu können.

 

 

Liebe und herzliche Grüße,

Euer 

Zum Seitenanfang